Es gibt einige Tierschutzorganisationen, die Hunde aus dem Ausland holen und dann über Tierheime vermitteln. Diese Praxis ist nicht unumstritten, denn es wird oftmals argumentiert, das die Tierheime schon voll genug seien und die Hunde aus dem Ausland nur unnötig Platz wegnehmen würden oder aber die Vermittlung eines heimischen Hundes verhindern. Genaue Zahlen gibt es dazu aber nicht, weil es keine bundeseinheitliche Registrierung gibt.

Aber die Realität ist etwas anders. Die meisten Hunde aus dem Ausland werden nur zur Quarantäne oder für eine medizinische Versorgung in einem Tierheim untergebracht, und dieser Aufenthalt wird meistens auch großzügig bezahlt. Da Tierheime das Geld brauchen können, nehmen sie diese Gäste gerne auf.

Bedingungen im Ausland sind schlechter

Ein anderes Argument für die Aufnahme ausländischer Hunde ist, dass sie oft in wesentlich schlechteren Bedingungen leben als Hunde in Deutschland. Hier zu Lande gibt es kaum Streuner, aber in vielen südeuropäischen und asiatischen Ländern ist die Lage anders, dort leben viele hunderttausend Hunde auf der Straße und müssen sich von dem ernähren, was sie im Müll finden oder was ihnen zugeworfen wird.

Weil Tierheime alle Hunde retten, gleich welcher Herkunft, sind sie auch bereit, einen Hund aus dem Ausland vorübergehend aufzunehmen. Meistens haben diese Hunde schon übers Internet ein neues Zuhause gefunden und warten nur darauf, vom neuen Besitzer abgeholt zu werden.

Außerdem sind viele der Auslandshunde nicht von der Straße aufgelesen sondern über dortige Tierheime vermittelt worden. Und einen Hund aus einem ausländischen Tierheim zu adoptieren ist ein ebenso gute Tat wie aus einem heimischen Tierheim. Zumal die Bedingungen in vielen Tierheime in diesen Ländern mehr als problematisch sind. Oftmals müssen sich hunderte Hunde eine gerade mal überdachte Halle teilen, die einmal am Tag notdürftig gereinigt wird. Krankheiten sind hier an der Tagesordnung, und wegen der geringen finanziellen Mittel ist auch nicht an Impfungen oder eine angebrachte medizinische Betreuung zu denken.